Woher die Umsätze bei EV‑Ladestationen kommen
Umsätze entstehen aus einer Kombination von Sitzungsvolumen, Standzeit und Abrechnungsmodell. In der Praxis zählt nicht nur die Anzahl der Ladevorgänge, sondern auch:
- durchschnittlicher Wert pro Sitzung,
- Umschlag der Stellplätze (besonders bei DC),
- Preisgestaltung passend zum Nutzerprofil. Die profitabelsten Standorte verbinden natürlichen Fahrerverkehr mit echtem Ladebedarf und einfacher Zahlung. Daher sind Einkaufszentren, Hotels und Einzelhandel typische Orte, an denen Fahrer eine Ladestation erwarten. Noch mehr: Wenn Kunden 30–60 Minuten bei Ihnen bleiben, können sie in dieser Zeit problemlos laden. Warum also nicht eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen und gleichzeitig den Standort attraktiver machen? Ladeumsatz ist oft ein Nebeneffekt einer gut geplanten „Wartezeit“ für den Kunden.
Einnahmemodelle: pro kWh, pro Zeit, Startgebühr
Am häufigsten gibt es drei Grundmodelle:
- pro kWh — am verständlichsten für Fahrer und marktüblich,
- pro Zeit — besonders bei Schnellladern, wo Umschlag zählt und niemand blockieren soll,
- Startgebühr — schützt Transaktionskosten bei kurzen Sitzungen. In der Praxis ist ein Mischmodell üblich, z. B. kWh + Zeitgebühr nach einem Limit. Zusätzlich kann eine Startgebühr greifen, wenn die geladene Energiemenge unter einem Mindestwert liegt. Das schützt die Marge und schreckt Fahrer bei längeren Sitzungen nicht ab.
Zusätzliche Einnahmen: Parken, Werbung, Premium‑Services
Weitere Erlöse können aus ergänzenden Services kommen:
- bezahltes Parken (vor allem in Innenstädten und an kommerziellen Standorten),
- Werbung auf Displays oder in der App,
- Premium‑Pakete für Flotten (Priorität, Reservierungen, Reports). Das lohnt sich besonders, wenn der Standort bereits stabilen Traffic erzeugt. Partnerschaften mit Mietern oder lokalen Services können die Infrastruktur mitfinanzieren und zusätzliche Besucher bringen.
Betriebs- und Investitionskosten (CAPEX/OPEX)
CAPEX umfasst Hardware, Planung, Netzanschluss und Installation. OPEX beinhaltet Energie, Service, Zahlungsgebühren, Monitoring und Systembetrieb. Für nachhaltige Profitabilität:
- Kosten pro Anschluss und pro Sitzung berechnen,
- Saisonalität und Energiepreis‑Volatilität berücksichtigen,
- manuelle Prozesse vs. Automatisierung vergleichen — manuelle Abläufe erzeugen versteckte Kosten, daher einplanen oder automatisierte Lösungen wählen. In die Kalkulation gehören auch Kapitalkosten, Abschreibung und Ausfallrisiko (Störungen bedeuten reale Umsatzeinbußen).
Einfluss von Standort und Kundenprofil auf die Rentabilität
Der Standort bestimmt Nachfrage und Stationstyp:
- lange Aufenthalte (Wohnanlagen, Büros, Hotels) favorisieren AC und senken die Anfangsinvestition,
- kurze Aufenthalte (Fernverkehr, Einkaufszentren) sprechen für DC,
Ein guter Standort ist oft wichtiger als die Hardware selbst. Ideal sind Orte mit wiederkehrendem Traffic und planbarer Standzeit, weil das Tarife und Leistungsauslegung erleichtert.
Preisgestaltung und Marge
Starten Sie mit Energie- und Betriebskosten und bauen Sie einen Puffer für Preisschwankungen ein. Bei AC kann die Marge pro Einheit niedriger, aber stabiler sein. Bei DC zählt der Umschlag und die Vermeidung von Blockierung nach Ladeende. Gute Praxis:
- transparente Preise,
- zeitbasierte Preise nur bei Bedarf,
- Standzeitgebühren nach Ladeende nur wenn nötig.
In einem gut aufgestellten Service lassen sich diese Parameter flexibel konfigurieren, z. B. mit dem EV24 Portal. Preise müssen in der App und vor Ort klar kommuniziert werden — das schafft Vertrauen und reduziert Beschwerden.
Beispielhafte ROI‑Szenarien
ROI hängt von Stationstyp und Auslastung ab:
- AC an Standorten mit langer Verweildauer — stabil, aber langsamer,
- DC an Fernverkehrsstandorten — höhere Investition, schnellerer ROI bei hoher Auslastung. Berechnen Sie konservative, Basis- und optimistische Szenarien und tracken Sie Kennzahlen: Sitzungen/Tag, durchschnittlicher Sitzungswert, Belegungszeit der Anschlüsse. Ein Betreiber‑System sollte detaillierte Reports liefern, die ROI‑Fragen beantworten und zukünftige Gewinne prognostizieren.
Häufige Fehler von Betreibern
Typische Probleme:
- zu hohe Anfangsinvestition,
- Standortwahl ohne echte Nachfrage,
- fehlende Automatisierung von Abrechnung und Reporting,
- komplexe Zahlungsprozesse, die Fahrer abschrecken.
Diese Fehler zu vermeiden steigert die Rentabilität oft schneller als reine Kostensenkung. Qualität bleibt länger in Erinnerung als Preis. Ein zufriedener Fahrer kehrt zurück und empfiehlt den Standort weiter.
Zusammenfassung und nächste Schritte
Erfolgreiches Charging bedeutet Nachfrage, Umschlag und einfache Abläufe. Entscheidend ist das Modell passend zum Standort und das schnelle Testen von Tarifen und Zahlungsprozessen. Wenn Sie die Rentabilität für einen Standort berechnen wollen, starten Sie mit einem Pilot und Daten aus den ersten Wochen. Gute Daten helfen, später zu skalieren, ohne Budget zu verbrennen.
